Verunreinigungen vermeiden durch richtige Filtration

Verunreinigungen in Hydrauliksystemen beeinträchtigen die Funktion von Komponenten und Hydraulikflüssigkeiten. Die richtige Auswahl und der sachgerechte Einsatz von Filtertechnik sind wichtig, um Hydrauliksysteme produktiv und wirtschaftlich zu betreiben.

 

Langjährige Erfahrungen von Betreibern sowie Studien führender Hersteller hydraulischer Anlagen und Systemen belegen, dass ca. 75 % aller Ausfälle in Hydrauliksystemen durch kontaminierte, nicht nachhaltig filtrierte Hydraulikflüssigkeiten entstehen. Partikel-Verunreinigungen in der Hydraulikflüssigkeit können die mechanischen Komponenten beschädigen oder gar zum Blockieren führen. Selbst Hydraulikleitungen und Schläuche werden durch mitgeführte Partikel-Verunreinigungen abrasiv, d.h. durch Reibung, stark belastet und müssen gegebenenfalls vorzeitig getauscht werden.

 

Sachgerecht installierte und gewartete Hydraulikölfilter in mobilen Hydrauliksystemen mit optimaler Filterfeinheit und Größe können solche Schäden und damit den Ausfall der Anlage verhindern.

 

 Filterarten und Anordnung im Hydrauliksystem

Einfüll- und Belüftungsfilter übernehmen eine Schlüsselrolle wenn es um die Sauberkeit der Hydraulikflüssigkeit in mobilen Systemen geht. Ihre Aufgabe ist es, die Luftzirkulation im Ölbehälter bei Absinken und Ansteigen des Ölspiegels zu gewährleisten. Gleichzeitig reinigt der Belüftungsfilter die eingesaugte Luft von Schmutzpartikeln bzw. Staub, Sand und Kondenswasser. Ist der Einfüll- und Belüftungsfilter defekt oder verschlissen, wird die Hydraulikflüssigkeit auch von außen kontaminiert.

 

Tipp: Der Filtereinsatz sollte gemäß Herstellerangaben kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden. Die Filterfeinheit der Einfüll- und Belüftungsfilter sollte systembedingt zwischen 7 und 25 µm (Mikron) liegen.

Druckfilter werden in mobilhydraulischen Anwendungen nach der Hydraulikpumpe und vor den Steuerungen eingebaut. Die Aufgabe des Druckfilters ist es, mechanisch erzeugten Abrieb und Schmutz, die von der Hydraulikpumpe kommen, im Filterelement zu binden und nur saubere Hydraulikflüssigkeit zur Steuerung weiterzuleiten.

 

Die Filtergehäuse von Druckfiltern bestehen aus einem Filterkopf, in den der Filtertopf eingeschraubt ist. Im Inneren zwischen Kopf und Topf ist das Filterelement eingebettet. In Druckfiltern ist zusätzlich ein Bypass-Ventil im Gehäuse und in Sonderfällen auch im Filterelement eingearbeitet. Dieses öffnet sich automatisch, wenn das Filterelement die Hydraulikflüssigkeit aufgrund hoher Viskosität (bspw. beim Kaltstart) oder Sättigung nicht aufnehmen kann und leitet die Flüssigkeit um das Filterelement herum. So wird ein Bersten des Filtereinsatzes und ein damit verbundener kapitaler Schaden vermieden.

Der Öffnungsdruck des Bypass-Ventils ist hersteller- und typenabhängig und vor Austausch zu benennen. Vor Austausch der Filter sind der maximale Betriebsdruck, das maximale Durchflussvolumen sowie die Filterfeinheit zu überprüfen. Die Filterfeinheit der Druckfilter sollte in mobilen Anwendungen mit Drücken über 150 bar zwischen 7 und 10 µm liegen.

 

Tipp: winkler empfiehlt, Verschmutzungsanzeigen nachzurüsten. Diese helfen zuverlässig, den Filterzustand zu erkennen.

Rücklauffilter in mobilen Anwendungen werden in der Regel direkt im bzw. am Ölbehälter montiert. Sie bestehen ebenfalls aus einem Filterkopf zur Befestigung am Ölbehälter und aus dem darin eingehängten Filtertopf. Wie auch beim Druckfilter befindet sich zwischen Kopf und Topf das Filterelement. Über den Filterkopf wird die Hydraulikflüssigkeit eingeleitet, die in den Ölbehälter zurückbefördert wird.

 

Auch bei Rücklauffiltern ist im Filterelement zusätzlich ein Bypass-Ventil eingearbeitet. Es hat exakt die gleiche Funktion wie beim Druckfilter. Die Empfehlung, Verschmutzungsanzeigen nachzurüsten, gilt hier ebenso. Die Filterfeinheit der Rücklauffilter sollte in mobilen Anwendungen zwischen 10 und 25 µm liegen.